Giuseppe Verdi
 Rigoletto
 Oper in drei Akten
 Libretto von Franceso Maria Piave

Deutsche Übertragung von Bettina Bartz und Werner Hintze
 Ursprünglich für das Landestheater Halle 1984

Überarbeitet für Komische Oper Berlin Juni 2000 und für Landesbühnen Sachsen 2002
 
 Urteil zur Textfassung
Mein erster Eindruck ist ein günstiger = singfreundlich (vokal- und konsonantenreich im Sinne des Originals), irgendwie zielender, konkreter als üblich. 

Wolfgang Lange , Redaktion Theater der Zeit , Oktober 1988 


 Pressestimmen
Die Härte der Geschichte, die Verdi in seinen Briefen immer wieder betont, soll faßbar bleiben heute mit den zugespitzten Techniken des Sich- Einander- Verletzens. Fast immer sind alle Personen anwesend auf der Bühne. Wenn über Cepranos Kopf gesprochen wird im ersten Bild, lehnt sich der Herzog auf Cepranos rechte Schulter. Auf die linke lehnt sich Rigoletto. Ganz locker, cool und freundlich wird ihm gesagt: Kopf ab, wenn du diese Frau haben willst . ..
Georg Friedrich Kühn, Frankfurter Rundschau,  1988
 
 Peter Konwitschny inszeniert „Rigoletto“ in Halle, unterstützt durch die neue deutsche Textübertragung von Bettina Bartz und Werner Hintze, als ein Stück von perverser Brutalität, die als Spiel (als Katz-und-Maus-Spiel) zur Form gesellschaftlicher Macht und Ohnmacht wird, abreagiert am jeweils Schwächeren. 

Daniela Reinhold , Musik und Gesellschaft Nr.6 . Juni 1988 
 
Einige Szenen bleiben im Gedächtnis haften: Des Narren Monolog „Der alte Mann verfluchte mich“, im 2. Akt „Treu bewahre diese Blume“ ... Das Premierenpublikum stimmte langanhaltend zu. 

Hans Peter Altmann , Dresdner Neueste Nachrichten , 14.10.2002 


 Textbeispiel
 3. Akt, 6 Szene

MADDALENA Ach Bruder!

GILDA Wer spricht da?

SPARAFUCILE Zum Teufel mit dir!

MADDALENA Der Fremde ist schön wie Apollo.

 Ich mag ihn, er mag mich,

 jetzt schläft er, wir woll’n ihn nicht töten!

GILDA O Himmel!

SPARAFUCILE Du, flick diesen Sack hier!

MADDALENA Wozu?

SPARAFUCILE Für deinen Apollo:

 Ich mache ihn kalt, und dann geht er schwimmen.

GILDA Ich sehe die Hölle!

MADDALENA Du musst ihn nicht töten!

 Ich weiß etwas bessres! Du kriegst deine Scudi!

SPARAFUCILE Das möchte ich sehen!

MADDALENA Ich sag dir’s!

 Was ich meine, ist ebenso einfach.

 Zehn Scudi hat er dir im Voraus gegeben.

 Um Mitternacht hat er das Übrige bei sich:

 bring ihn um, dann kannst du das Andre dir nehmen,

 das ist doch ganz einfach, so kriegst du das Geld!

SPARAFUCILE Den Krüppel ermorden? Du bist wohl nicht richtig?!

 Ich bin doch kein Räuber!

 Ich bin kein Verbrecher!

 Hab ich meine Kunden wohl jemals betrogen?

 Der Alte bezahlt mich, ich tu meine Pflicht!

MADDALENA Ach, lass ihn entkommen!

SPARAFUCILE Nein nein, er muss sterben!

MADDALENA Ich werde ihn wecken!

GILDA Ach ja, gutes Mädchen!

SPARAFUCILE Er bringt zwanzig Scudi!

MADDALENA Das stimmt!

SPARAFUCILE Gib jetzt Ruhe!

MADDALENA Wir müssen ihn retten! Wir müssen ihn retten!

SPARAFUCILE Dann warten wir noch, bis es Mitternacht läutet,

 kommt vorher ein Fremder, dann nehmen wir den.

MADDALENA Die Nacht ist so dunkel, es gibt ein Gewitter,

 da setzt doch kein Mensch einen Fuß vor die Tür.